{"id":3156,"date":"2015-12-14T16:13:46","date_gmt":"2015-12-14T15:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/brittas-kochbuch.info\/?p=3156"},"modified":"2015-12-14T16:14:34","modified_gmt":"2015-12-14T15:14:34","slug":"nopegida-gruenkohl-mit-kartoffeln-und-westfaelischer-kohlwurst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/brittas-kochbuch.info\/?p=3156","title":{"rendered":"#nopegida: Gr\u00fcnkohl mit Kartoffeln und westf\u00e4lischer Kohlwurst"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Blogevent: NOPEGIDA\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/hamburgkocht.blogspot.de\/2015\/09\/blog-event-pegida-aufessen-oder-wie.html\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/aus-meinem-kochtopf.de\/images\/nopegida500.gif\" alt=\"Blogevent: NOPEGIDA\" width=\"500\" height=\"112\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Facebook-Post von Susanne von <a href=\"http:\/\/magentratzerl.net\" target=\"_blank\">Magentratzerl<\/a> lie\u00df mich aufmerken:<\/p>\n<p>Sie hatte einen <a href=\"http:\/\/magentratzerl.net\/2015\/12\/12\/schweinsbraten-mit-krautnockerl\/\" target=\"_blank\">Beitrag<\/a> zu einem Blog-Event namens <a href=\"http:\/\/hamburgkocht.blogspot.de\/2015\/09\/blog-event-pegida-aufessen-oder-wie.html\" target=\"_blank\">Pediga aufessen oder wie deutscht isst Du wirklich?<\/a> ver\u00f6ffentlicht, das von Sabine von <a href=\"http:\/\/hamburgkocht.blogspot.de\" target=\"_blank\">Hamburg kocht<\/a> ausgerichtet wird. Im Rahmen der Verhinderung der Islamisierung des Abendlandes hatten vor ein paar Monaten ja mal ein paar Pegidioten dazu aufgerufen, nur noch typisch deutsches Essen zu kochen.<\/p>\n<p>Doch wie deutsch ist denn unser Essen eigentlich? Verbergen sich in unserer meistens deftigen deutschen Kost etwa Zutaten mit Migrationshintergrund? Dem gilt es auf die Spur zu kommen.<\/p>\n<p>Bei uns war mal wieder ein deftiger Gr\u00fcnkohl geplant. Eine kurze Recherche auf <a href=\"https:\/\/wikipedia.de\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a> und schon wurde das Gericht als geeignet f\u00fcr das Blog-Event erachtet, haben doch mindestens drei der Hauptzutaten tats\u00e4chlich einen Migrationshintergrund. Wer h\u00e4tte das gedacht?<\/p>\n<p>Zum einen ist da die Hauptzutat, der <strong><span style=\"color: #008000;\">Gr\u00fcnkohl<\/span><\/strong>. Ein typisch (nord-)deutsches Gem\u00fcse sollte man meinen. Aber weit gefehlt!<\/p>\n<p><em>Alle heute kultivierten Kohlvariet\u00e4ten, darunter auch der Braun- und Gr\u00fcnkohl, stammen vom Wildkohl (Brassica oleracea L.) ab. Die Stammart kommt heute noch in den Mittelmeerl\u00e4ndern und an der Atlantikk\u00fcste von der Bucht von Biskaya bis nach S\u00fcdengland sowie auf Helgoland vor. Der gr\u00fcne Krauskohl wird seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und seit der r\u00f6mischen Zeit in Italien angebaut. In Deutschland l\u00e4sst er sich mit Hilfe der Kr\u00e4uterb\u00fccher des 16. und 17. Jahrhunderts nachweisen. Typische Anbaugebiete heute sind heute Mittel- und Westeuropa, Nordamerika und Ost- sowie West-haltet Euch fest!-AFRIKA!\u00a0<\/em><\/p>\n<p>In ein deftiges Gr\u00fcnkohlgericht geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch ordentlich Zwiebel. Wie steht es denn damit? Typisch deutsch, oder?<\/p>\n<p><em>Die K\u00fcchenzwiebel existiert, von gelegentlichen Verwilderungen abgesehen, nur noch als reine Kulturpflanze in der Obhut des Menschen. Es sind weder wildwachsende Populationen bekannt, noch konnte bisher eine andere wildlebende\u00a0Allium-Art als direkter Vorfahre identifiziert werden. Solange die Abstammung ungekl\u00e4rt ist, kann auch die geographische Herkunft der K\u00fcchenzwiebel nicht genau bestimmt werden. Oft anzutreffen sind Angaben wie \u201eMittelasien\u201c oder \u201eAfghanistan\u201c. Die derzeit als n\u00e4chstverwandt angesehene Art Allium vavilovii ist in Turkmenistan und Iran beheimatet.<\/em><\/p>\n<p>Also ist wohl auch die Zwiebel ein Gew\u00e4chs mit Migrationshintergrund.<\/p>\n<p>Beliebte Beilage zum Gr\u00fcnkohl ist die Kartoffel. Deutscher geht&#8217;s doch kaum. Vielleicht hat es sich aber sogar bis zu den Pegidioten rumgesprochen, dass die Kartoffel, wie \u00fcbrigens ihre Verwandtschaft die Tomate, die Paprika oder der Tabak, aus S\u00fcdamerika ihren Weg nach Europa fand: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturgeschichte_der_Kartoffel\" target=\"_blank\">Die Kulturgeschichte der Kartoffel<\/a> zum Selberlesen.<\/p>\n<p>An Gew\u00fcrzen kommen Salz und Pfeffer zum Tragen. Gut, Salz wurde schon relativ fr\u00fch auch in Deutschland gewonnen, unter anderem entlang des Hellweges, der heutigen B1. Das wollen wir also dann mal als &#8222;deutsch&#8220; durchgehen lassen, aber der Pfeffer kommt definitiv aus \u00dcbersee, n\u00e4mlich urspr\u00fcnglich aus Indien und wurde von den sprichw\u00f6rtlichen hanseatischen Pfeffers\u00e4cken nach Europa und damit auch nach Deutschland gebracht.<\/p>\n<p>Ich schlage vor, man verteilt bei den Pegidioten-Spazierg\u00e4ngen ein paar Salzlecksteine. Da haben sie wenigstens was typisch deutsches, wobei Salz parallel nat\u00fcrlich auch in anderen L\u00e4ndern gewonnen wurde. Tja, es ist aber auch ein Kreuz &#8211; ja ja! &#8211; mit dem deutschen Essen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, falls es Euch nach der Salzlecke nach einem guten deutschen Bier d\u00fcrstet, m\u00fcsst Ihr jetzt ganz, ganz stark sein, denn:<\/p>\n<p><em>Die fr\u00fchesten Nachweise f\u00fcr Bier gibt es aus dem altmesopotamischen\u00a0Raum. Moment mal. Altmesopotamien? Das ber\u00fchmte Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, der heutige Irak? Meine G\u00fcte, das ist ja ungef\u00e4hr so bitter wie abgestandenes Bier!<\/em><br \/>\n<em>Die\u00a0\u00c4gypter\u00a0lie\u00dfen halbfertig gebackenes\u00a0Brot mit Wasser\u00a0verg\u00e4ren und bekamen so eine Art Bier. Bei den\u00a0R\u00f6mern hie\u00df das Bier\u00a0Cervisia, nach der G\u00f6ttin der Feldfr\u00fcchte, Ceres. Und auch das hier so beliebte Pils kommt nat\u00fcrlich&#8230; na? NA? Na, klar aus Pilsen im heutigen Tschechien.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Nun zum Gericht und den <span style=\"text-decoration: underline;\">Zutaten f\u00fcr 2 Portionen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>400 &#8211; 500 g TK-Gr\u00fcnkohl<\/li>\n<li>1 Gem\u00fcsezwiebel<\/li>\n<li>Grieben- oder Butterschmalz<\/li>\n<li>(R\u00e4ucher-)Salz *), Pfeffer, Zucker<\/li>\n<li>1 Ring Kohlwurst<\/li>\n<li>Salzkartoffeln<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zubereitung:<\/span><\/p>\n<p>Die Zwiebel nicht zu fein w\u00fcrfeln und im Schmalz zusammen mit etwas Zucker and\u00fcnste und karamellisieren. Den Gr\u00fcnkohl zugeben, mit (R\u00e4ucher-)Salz *) und Pfeffer w\u00fcrzen, etwas Wasser angie\u00dfe und die Kohlwurst obenauf legen. Bei kleiner Hitze mindestens eine Stunde schmoren; l\u00e4nger macht aber nichts.<\/p>\n<p>Zusammen mit den Salzkartoffeln anrichten.<\/p>\n<p>*) Eigentlich kocht man auch noch ein bis zwei ger\u00e4ucherte Mettw\u00fcrste, bei uns in Westfalen auch Mettendchen genannt, mit, damit man &#8222;Rauch in den Gr\u00fcnkohl kriegt&#8220;, wie Oma und Mama immer zu sagen pflegte.<\/p>\n<p>Da ich aber den nach dem Kochen sehr faden und ausgelutschten Geschmack der Mettwurst nicht mag, nehme ich f\u00fcr den Rauchgeschmack immer gerne Rauchsalz.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise kommt noch jede Menge Fleisch, wie z. B. R\u00e4ucherbauch, gep\u00f6kelte dicke Rippe, Kasseler etc. in den Gr\u00fcnkohl, aber der \u00a0G\u00f6Ga und ich m\u00f6gen ihn am liebsten nur mit der leckeren Kohlwurst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/brittas-kochbuch.info\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/nopegida_gruenkohl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-3172\" src=\"https:\/\/brittas-kochbuch.info\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/nopegida_gruenkohl-1024x768.jpg\" alt=\"nopegida_gruenkohl\" width=\"570\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/brittas-kochbuch.info\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/nopegida_gruenkohl-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/brittas-kochbuch.info\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/nopegida_gruenkohl-300x225.jpg 300w, https:\/\/brittas-kochbuch.info\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/nopegida_gruenkohl-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Facebook-Post von Susanne von Magentratzerl lie\u00df mich aufmerken: Sie hatte einen Beitrag zu einem Blog-Event namens Pediga aufessen oder wie deutscht isst Du wirklich? ver\u00f6ffentlicht, das von Sabine von Hamburg kocht ausgerichtet wird. 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