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Die kulinarische Weltreise: Chipas – Käsesnack aus Paraguay

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Die Bezeichnung „Käsesnack“ ist nur bedingt richtig, da Chipas eigentlich eine Art Käsebrötchen aus Maniokmehl bzw. Tapiokastärke sind. Ich wollte bei der Zubereitung kleine Häufchen auf die Silikon-Cookies-Trays setzen, mein GöGa, der wie immer geholfen hat, hat sie wohlmeinend platt gedrückt, so dass wir nun in Wahrheit Käsecookies haben. Schmecken tun sie aber trotzdem fantastisch und eignen sich in der jetzigen Form hervorragend als Chips-Ersatz vorm TV.

In Paraguay, unserem kulinarischen Weltreiseziel im August (mein erstes Gericht war übrigens ein Guiso de Gallina), sind die Chipas so beliebt, dass ihnen sogar ein Tag im Jahr, der Día de las Chipas, jeweils am zweiten Freitag im August gewidmet ist.

In dem Rezept, das ich auf der Seite Nationalgerichtrezepte gefunden hat, wird Yuca-Mehl (= Maniokmehl) verwendet, das man natürlich im herkömmlichen Supermarkt nicht bekommt. Der GöGa ist also extra in einen Asialaden gegangen und kam mit Tapiokastärke zurück. Nun wird diese Stärke zwar aus der Maniokwurzel gewonnen, ist aber nicht dasselbe mit Maniokmehl.

Exkurs via Biofabrik:

Cassavamehl wird aus der gesamten, blanchierten Wurzel der Maniokpflanze gewonnen. Es unterscheidet sich deutlich in seiner Zusammensetzung von Tapiokamehl. Die getrocknete und fein vermahlene Wurzel ergibt ein Mehl mit feiner Textur, das sich hervorragend als glutenfreie, vegane Alternative zu Weizenmehl eignet. Da Cassavamehl aus der ganzen Wurzel gewonnen wird, enthält es natürliche Ballaststoffe, die es besonders vielseitig für eine ausgewogene Ernährung machen. In der Küche wird es geschätzt, da es die Textur von Teigen und Backwaren verbessert und Rezepten eine milde, angenehm nussige Note verleiht.
Dank seiner hellen Farbe und seines neutralen Geschmacks verändert es weder die Farbe noch das Aroma von Speisen beim Kochen oder Backen. Aufgrund seiner feinen Konsistenz kann es zudem als Bindemittel oder zum Andicken von Speisen verwendet werden. Mit seinen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist Cassavamehl eine praktische Zutat für moderne, pflanzenbasierte und glutenfreie Rezepte und lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren.

Tapiokamehl, auch bekannt als Tapiokastärke, wird in einem speziellen Verfahren gewonnen. Dabei wird die Maniokwurzel gerieben, gewaschen und ausgepresst. Dabei entsteht eine stärkehaltige Flüssigkeit, aus der nach dem Verdampfen des Wassers ein feines, weißes Pulver zurückbleibt. Im Unterschied zu Cassavamehl ist Tapiokastärke geschmacksneutral. Dadurch eignet sie sich ideal, wenn der ursprüngliche Geschmack eines Rezepts unverändert bleiben soll. In der Küche wird sie besonders häufig als Bindemittel oder zum Andicken von Suppen, Saucen und Desserts verwendet.
Sie zeichnet sich durch einen geringen Fett-, Zucker- und Salzgehalt aus und wird daher vielseitig eingesetzt. Aus ihr werden auch die bekannten Tapiokaperlen hergestellt. Diese können eingefärbt und gesüßt werden und sorgen vor allem in gesüßten Tees für den typischen „Bubble“-Effekt. Ebenso finden sie Verwendung in Tapiokapudding und anderen süßen Nachspeisen. Darüber hinaus ist Tapiokastärke eine beliebte Zutat bei der Herstellung glutenfreier Produkte, darunter verschiedene Backwaren und Brotalternativen.

Nun war ich ersteinmal etwas ratlos, zumal die Verkäuferin im Asialaden meinem GöGa steif und fest versichert hatte Tapiokastärke sei dasselbe wie Maniokmehl.

Da in anderen Rezepten im Netz, u. a. bei Jenny von Jenny is baking für Chipas auch Tapiokastärke verwendet wird und das Ergebnis bei ihr wirklich gut aussieht, haben der GöGa und ich uns frohgemut ans Werk gemacht:

Zutaten (16 Stück oder mehr oder weniger, je nach Form):

  • 200 g Yuca-Mehl (ich: Tapiokastärke)
  • 100 g geriebener Käse (z.B. Parmesan)
  • 2 Eier
  • 50 ml Milch (ich: Mineralwasser, da wir selten Milch im Haus haben)
  • 1 TL Salz
  • 1/2 Teelöffel Backpulver

Zubereitung:

Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, deshalb Käse und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.

Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

Parmesan in die Backschüssel reiben, die restlichen trockenen Zutaten zugeben und gut mischen. Eier zugeben und anfangen den Teig in der Küchenmaschine (mit dem Handmixer) zu rühren – am besten mit Knethaken. So lange nach und nach Wasser bzw. Milch zugeben, bis der Teig eine glatte, gleichmäßige Konsistenz hat.

Entweder den Teig zu kleinen Bällchen formen und auf ein mit Silikonbackmatte (Backpapier) ausgelegtes Blech geben oder – wie wir – in die Cookies Trays drücken.

20 – 25 Minuten – je nach Dicke des Gebäcks und Funktion des Backofens backen. Auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.

Geschmacklich sind die Chipas super, schön käsig und herzhaft. Da wir noch 200 g Tapiokastärke übrig haben, werden wir dieses Rezept wohl noch einmal nachbacken, dann aber tatsächlich kleine Brötchen formen.

Wie immer sammele ich hier die Rezepte meiner Mitreisenden:

Die kulinarische Weltreise: Guiso de Gallina – Hähncheneintopf (Paraguay)

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Im August geht es mit der von Volker von volkermampft ins Leben gerufenen kulinarischen Weltreise wieder mal nach Südamerika, genauer gesagt nach Paraguay.

Die Republik Paraguay, spanisch República del Paraguay; auf Guaraní Paraguái Tavakuairetã ist neben dem benachbarten Bolivien einer von zwei Binnenstaaten des amerikanischen Kontinents. Im Nordwesten und Norden grenzt es mit 750 km an Bolivien, im Osten mit 1290 km an Brasilien und im Süden und im Westen an Argentinien mit 1699 km. Die gesamte Grenzlänge beträgt 3739 Kilometer. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km² ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen. [weiterlesen auf Wikipedia]

Zur Küche Paraguays habe ich in der engischsprachigen Wikipedia einiges gefunden; die deutsche Version war nicht sehr ergiebig: Fleisch, Gemüse, Maniok, Mais und verschiedene Früchte sind im Land beliebt.

Asados (Grillen, Barbecue) sind nicht nur eine Kochtechnik, sondern auch ein geselliges Zusammentreffen. Viele Gerichte basieren auf Mais, Milch, Käse, Fleisch und Flussfischen.

Es gibt alleine rund 70 Arten von Chipá, einem Gebäck, das überwiegend aus Maniokmehl hergestellt wird.

Weil der GöGa nicht so der Fan von Maisbrot, -fladen oder polentaartigen Gerichten ist, war ich bei der Suche nach einer passenden Mahlzeit zunächst etwas ratlos.

Das folgende Rezept für einen leicht-leckeren Hähncheneintopf habe ich dann auf der Seite NationalgerichtRezepte gefunden.

Es besteht aus nur einigen wenigen Zutaten und Gewürzen und hat uns doch geschmacklich voll überzeugt: ein Eintopf, den man durchaus auch bei hochsommerelichen Temperaturen genießen kann.

Zutaten für 2 – 3 Portionen:

  • 300 g Hühnerbrust oder -keulen
  • 1 große Zwiebel, gewürfelt
  • 1 Möhre, gewürfelt
  • 1 Kartoffel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 l Hühnerbrühe (ich: Gemüsebrühe)
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Olivenöl zum Braten

Zubereitung:

Hühnerbrust, Kartoffel und Möhre in etwa gleich große Stücke/Würfel schneiden.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebel und Knoblauch bei hoher Mittelhitze (ich: Stufe 7 von 9) braten, bis sie goldbraun sind. Hühnerstücke zugeben und von allen Seiten leicht bräunen.

Möhren und Kartoffeln zusammen mit Paprikapulver und Kreuzkümmel zugeben, umrühren und dabei die Gewürze leicht anschwitzen. Mit der Brühe aufgießen (Ich fand 1 Liter im Nachhinein etwas viel und empfehle, nicht alles auf einmal zuzugeben. *)), die Mischung zum Kochen bringen und anschließend bei niedriger Temperatur 30 Minuten köcheln.

*) Ich habe versucht, die Flüssigkeit bei offenem Deckel zu reduzieren und habe die Sauce noch mit etwas Speisestärke abgebunden.

Serviert haben wir den Guiso de Gallina mit Reis – in einer anderen Quelle hatte ich später gelesen, dass der Reis mitgekocht werden kann. Dann wäre vermutlich mehr Flüssigkeit „diffundiert“.

Nichtsdestotrotz hat dieser sommerliche Hähncheneintopf toll geschmeckt!

Wie immer sammele ich hier die Rezepte meiner Mitreisenden: