Archiv der Kategorie: Irrungen und Wirrungen

Weißer Spargel mit einer „peppigen“ Buttersauce

Eigentlich wollte ich doch mal wieder Hollandaise zum Spargel machen. Ich denke nach zwei Jahren Transplantation kann man sich auch mal wieder an ein ganz frisches rohes Ei heranwagen und eigentlich wird es ja sowieso im Dampf und durch die Butter erhitzt. Da mir eine echte, handaufgeschlagene Hollandaise vor einigen Jahren mal ganz prächtig in die Hose ging, wollte ich es wieder mit der Blitzhollandaise versuchen.

Aber, wie es dann so ist: die Zeit irgendwie verdaddelt und zu allem Überfluss keine Butter im Haus bzw. nicht genug Butter. Also habe ich improvisiert, was ich ja in der Regel ganz gut kann.

Den Spargel habe ich wie hier beschrieben vor- und zubereitet. Die Schalen und den Kochsud sowie eine Spargelstange habe ich mir natürlich für den nächsten Tag aufgehoben. Parallel dazu habe ich mir eine neue Kartoffel als Pellkartoffel gekocht.

Da mir nur ein bisschen Butter über den Spargel zu fad war, habe ich etwas improvisiert und schnell aus dem Garten gepflückten Basilikum, Gundermann, ein Stückchen frische Chilischote sowie ein paar getrocknete Tomaten aus dem Vorrat klein geschnitten und in 2 EL Butter geschwenkt, zum Schluss noch etwas Salz nach Geschmack drüber. Lecker!

Flammkuchen mit grünem Spargel

Ein bisschen Irrungen und Wirrungen stecken in diesem Flammkuchen schon. Ich hatte von dem grünen Spargel mit Salzzitrone noch einen Rest gebratenen Spargel übrig, außerdem war mir der Teig dieses Brotes so phänomenal aufgegangen, dass ich ihn über dem Rand des Gärkörbchens glatt abschnitt und für meine spontane Flammkuchenidee zur Seite legte. Dass ich vergessen hatte, den Teig noch mal ordentlich zu bemehlen und ich nach dem Backen mühsam das Brot viertelweise aus dem Topf schneiden musste, ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls gab ich zu diesem noch mal über Nacht aufgegangenen Teig ein weiteres Mal etwas Roggenmehl dazu, weil er doch sehr klebrig war. Daraus formte ich einen dünnen Fladen, wie man ihn von einem Flammkuchen eben kennt.

 

 

Die Ofentemperatur stellte ich wie beim Pizzateig, nämlich 250 °C Ober-/Unterhitze, ein und war wenigstens noch so schlau, den Fladen vorzubacken, vermutlich viel zu kurz, weil der belegte und weitergebackene Fladen wirklich nicht wirklich knusprig war und in der Mitte eher noch eine rohe Anmutung hatte.

 

Belegt habe ich das ganze mit einer Mischung aus Saurer Sahne (Rest von diesen Keksen) und Feta, darauf kamen die Spargelstangen und dann kam der Fladen für 10 Minuten in den Backofen.

Vor dem Servieren habe ich mit einem Sparschäler noch Parmesan drüber gehobelt.

Im Prinzip war die Idee gut. Das nächste Mal werde ich den Teigfladen auf jeden Fall länger vorbacken.

Lo Mein-Nudeln

Wieder durfte – oder aus seiner Sicht vielleicht auch musste – der GöGa ein Sonntagsessen aussuchen. Einmal mehr hat er die App Simple Feast bemüht (wie hier auch schon) und fand das oben genannte Gericht von José Andres lecker klingend. Es ist auch sehr lecker geworden, aber vor den Genuss hatten die Götter erst mal den Einkauf gesetzt, der sich als mittelschwer erwies, besonders im Bereich der Asiazutaten.

Getrocknete Lo-Mein-Nudeln waren einfach nicht zu finden, so dass wir letzten Endes zu simplen Spaghetti gegriffen haben, die dem Geschmack keinerlei Abbruch taten.

Zu Hause recherchierte ich dann noch mal in Ruhe und kam zu dem Ergebnis, dass Lo-Mein eine Abwandlung des Gerichts Chow-Mein ist und für beide schlicht und ergreifend Mie-, also chinesische Weizennudeln genommen werden.

Und auch bei der gereiften Sojasauce musste ich kapitulieren… ich nahm dann irgendeine Sorte. Jetzt weiß ich, dass es sich dabei scheinbar um Tamari handelt. Beim nächsten Mal dann… aber kann man das nicht so in die Zutatenliste schreiben, dass es ein/e jede/r versteht? Weiterlesen

Blogevent: Religionen der Welt kulinarisch

Religionen der Welt kulinarisch – Reformationsjahr 2017

Anlässlich des Lutherjahres 2017 hat sich Peter von Aus meinem Kochtopf dieses Event ausgedacht. Beinahe hätte ich als Nicht-Protestantin und vom Glauben abgefallene Katholiken müde lächelnd abgewinkt, aber dann doch – neugierig wie ich bin – gelesen, worum es geht.

Martin Luther und sein Jubiläumsjahr sind zwar irgendwie Anlass, aber nicht Hauptfigur in diesem Event. Denn Peter hätte gerne gewusst, wie man in allen anderen Religionen der Welt deren speziellen Feiertage kulinarisch begeht.

Leider muss ich sagen, dass die Recherche im Netz eher fruchtlos war. Einen lieben Facebook-Freund habe ich auf einen nepalesischen Kollegen angesetzt, der dem Hinduismus angehört. Dort gibt es wohl keine Speisen, die speziell einem Fest zugeordnet werden wie bei uns die Weihnachtsgans und das Osterlamm.

Inzwischen habe ich erfahren, dass der höchste hinduistische Feiertag, zumindest auf Bali, Nyepi heißt und das Kochen da sehr einfach ausfällt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn es wird gefastet und meditiert.

Ebenfalls stellte der GöGa die Frage im internen Netz seiner internationalen Firma – bisher ohne Resonanz.

Damit mein erster Beitrag zumindest „exotisch“ wird, wenn es auch im Christentum und zwar im recht strengen Katholizismus bleibt, fragte ich eine philippinische FB-Freundin, die endlich Erbarmen zeigte und mir einen Link zu Rezepten geschickt hat, die typischerweise in der vorösterlichen Fastenzeit gegessen werden.

Wer bei dem Blogevent mitmachen möchte, sollte für eine Mindestspende von 1,45 € einen kleinen Playmobil-Luther bestellen, was ich getan hatte und der dankenswerterweise gestern eingetrudelt war.

So konnte ich gestern, am Vorabend des heutigen Palmsonntags, das philippinische Fastengericht Ginataang Tilapia kochen, wobei ich ein bisschen etwas ändern musste, weil ich

a) keinen Tilapia bekommen habe und dafür Rotbarsch genommen habe und
b) nicht wirklich herausfinden konnte, worum es sich bei der banana pepper handelt. Ich habe mich also für Spitzpaprika entschieden und mangels grün dann ein rotes Exemplar genommen.

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Überbackenes Gemüse mit Guacamole oder…

… Not macht erfinderisch

Da es mir Samstag vor drei Wochen nicht so gut ging, habe ich den GöGa mit Einkaufsliste ausgestattet alleine los geschickt. Da ich scheinbar nicht wirklich alles haarklein angegeben hatte, kam nicht alles hier an, wie es sollte.

Zum Beispiel wollte ich eine gefüllte, überbackene Süßkartoffel machen, für die man bestenfalls eine relativ dicke Süßkartoffel braucht. Mir wurden vier sehr kleine Dingerchen geliefert, so dass ich sie zwar im Ofen backen konnte, aber eben nicht gefüllt. Statt des Korianders zur  Guacamole bekam ich Salbei… *kicher*

Ich habe dann also die Süßkartoffeln mit Möhren und Mais in einer Auflaufform mit Käse überbacken und eine Guacamole dazu gemacht. War sehr lecker.

 

Küchenexperiment: „Kasseler“ aus Seitan

Da ich unter der Woche für mich alleine meistens vegetarisch koche, experimentiere ich höchstens mal mit leichter zu lagernden, weil trockenen Soja- oder Seitanprodukten. Ich hatte ein kleines Glas Sauerkraut im Vorrat, das ich ganz traditionell mit Kartoffelpüree und Kasseler machen wollte. Aber woher das Fleisch nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich hatte noch ein Paket Seitan-Fix natur *) von Davert im Küchenschrank – davon nahm ich 50 g und bereitete ihn wie hier beschrieben und Zugabe von Räuchersalz zu.

Das Stück habe ich dann von beiden Seiten in etwas Öl angebraten. So übel war es jetzt nicht.

*) Leider wurde das Seitan-Fix zugunsten weiterer Fertigmischungen für Risotto, Quinoa „Sonstwas-Art“ und weiterem aus dem Produkt genommen.

Mit Salbei gefüllte Hähnchenbrust…

… mit Ofenkartoffeln, Champignons und Chinakohlsalat – ein kleines bisschen Irrungen und Wirrungen

Ich war mir sicher, zwei Hühnerbrüste mit Haut eingefroren zu haben und nahm am Vortag eine  aus dem TK-Schrank. Ich wollte Salbeiblätter unter die Haut schieben und diese dann kross anbraten.

Als ich die aufgetaute Brust zum Kochen aus dem Kühlschrank nahm, musste ich leider feststellen, dass es sich um ein gehäutetes Exemplar handelte. Tja, was nun?

Ganz doof bin ich auch nicht, so habe ich eine Tasche in das dickere Ende der Brust geschnitten und 2 Salbeiblätter hineingeschoben, außerdem hing ein Stück dünneres Fleisch so doof rum. Dieses Stück klappte ich über weitere 2 Salbeiblätter und steckte alles mit einem Spießchen fest.

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Hilfe! Es lebt! – Ein Küchenanekdötchen

Da will man am Mittwochmorgen, den 25. Januar nichtsahnend den Sauerteig umrühren und was ist?

Er hat seine Fesseln – ähm, den Deckel seines Glases gesprengt und liegt schon zu einem Teil im Kühlschrank, der Schelm.

Als ich dann den Deckel abschraubte, explodierte mir der Inhalt quasi entgegen. Spülbecken, Kaffeemaschine, Hagen von Tronje – alle bekamen ihr Fett weg.

Nachdem ich erst mal den ganzen Mist weggeputzt hatte, durfte Hermann – so nannten wir früher jedenfalls mal diese Art von Sauerteig, der auch gerne an liebe Freundinnen oder Kolleginnen weiter verschenkt wurde – in ein Gurkenglas umziehen. Dabei habe ich ihn gleich noch mal mit 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser gefüttert und das Glas ordentlich beschriftet:

Wenn er mir bei dem großen Glas noch mal entgegen kommt:

Who you gonna call? Ghoooost Busters!

World Bread Day 2016

World Bread Day 2016 (October 16) Dieser internationale Tag des internationalen Brotes findet dieses Jahr am 16. Oktober statt.

Einmal mehr fungiert Zorra von 1x umrühren bitte aka Kochtopf als Gastgeberin dieses Events, das bereits seit 2006 jährlich stattfindet.

Da mir seit einiger Zeit ein Brot im Kopf herum spukte, das ich mal selber backen wollte, habe ich beschlossen mitzumachen.

 

Eins vorweg: als absolut gelungen würde ich mein Ergebnis jetzt nicht bezeichnen, weil es etwas „krüppelig“ und „knochenhart“ geworden ist. Aber der Geschmack ist 1A, und ich werde es bestimmt noch mal versuchen.

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Schweinekrustenbraten mit Fussili und Blumenkohl

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Und hier ist mal wieder ein Betrag aus der eher unbeliebten Kategorie Irrungen und Wirrungen.
Ich wollte am langen Wochenende (Montag war Tag der Deutschen Einheit) mal einen Kustenbraten wie in meiner Kindheit machen. Im Grunde genommen, weiß bzw. wusste ich ja, wie der geht, aber vorsichtshalber habe ich ein original bayrisches Rezept im Internet ausgegraben. Ich habe mich im Prinzip dran gehalten, das Fleisch war auch sehr lecker, aber die Kruste hatte etwas von Holzkohle mit Honiggeschmack. Doch lest selbst:

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