Nach dem Abend mit Johann Lafer im Dezember letzten Jahres richtete das Torhaus Möhnesee am 16. April ein weiteres Event mit köstlichem Essen aus. Dieses Mal wurden sogar gleich zwei Sterneköche gewonnen.
Frank Buchholz (links), geboren im April 1967 in Dortmund und Björn Freitag (rechts), geboren im Juni 1973 in Gelsenkichen sind echte Ruhrpottjungs, was man an dem Abend an ihrer ganze Art merkte. Beide sind aus verschiedenen Fernsehformaten bekannt, gemeinsam reisen sie für die WDR-Sendung Lecker an Bord auf einem Hausboot durch Nordrhein-Westfalen.


Wieder waren die Räumlichkeiten des Torhauses wunderschön dekoriert und eingedeckt.
Das Menü las sich schon einmal spannend und richtig lecker – für mich. Für dem GöGa gab es da einige geschmacklichen Herausforderungen wie Wakame, Dashi, Aubergine, Rote Bete, Trüffel und Rhabarber. Er hat aber alles tapfer mitgegessen.


Natürlich startete der Abend mit der Begrüßung der Gäste und der Vorstellung der beiden Köche, die gleich auf das Publikum zugingen und Scherze machten. Sie erklärten ausführlich die einzelnen Gänge, was sehr interessant war.
Sehr angenehm fand ich, dass zu jedem Gang eine alkoholfreie Weinalternative geboten wurde.
Als Eröffnung gab es den Cappuccino von jungen Erbsen & Crostini von der Forelle, der vor den Gästen angerichtet wurde:

Das Süppchen war schön samtig und hat intensiv nach Erbsen geschmeckt. Das Crostini war leider nicht mehr (?) ganz so kross, aber die Forellencreme passte gut zum Erbsengeschmack.
Leider zog sich die Zeit zwischen den einzelnen Gänge ein wenig, nach einiger Zeit wurde die Vorspeise aufgetragen.
Thunfisch – Dashi – Wakame – Wildkräutersalat
Was soll ich sagen? Der Thunfisch war exzellent, die Dashi köstlich. Der grüne Klecks ist Bärlauchmayonnaise, die sogar mir geschmeckt hat.
Mit asiatischen Aromen hat man mich ja sowieso immer!

Spannend, was Björn Freitag dann zur Zubereitung des Zwischengangs erzählt hat. Zusammen mit dem Team des Torhauses wurden sage und schreibe 1.500 Ravioli zubereitet. Die gesamte Flüssigkeit wurde aus der Aubergine verkocht und dann mit ordentlich Crème fraîche und Pecorino gemischt und in den dünn ausgewalzten Nudeleig gefüllt.
Auberginen Ravioli – Rotschwanz Garnele – Pecorino – Crème Fraîche – Zitronengras Sud

Die Aubergine habe ich nicht wirklich vordergründig aus der schönen cremigen Füllung herausgeschmeckt, der Sud war köstlich und die Garnelen absolut auf dem Punkt und geschmacklich großartig.
Der Hauptgang kam mit ziemlichem zeitlichen Abstand. Diese Art des Essens kommt mir eigentlich sehr entgegen, weil ich schon lange keine großen Portionen mehr essen kann. So muss ich bei „normalem“ Restaurantessen oft etwas zurückgehen lasssen oder nach Hause mitnehmen muss.
Mehrere kleine Portionen mit Wartezeit dazwischen sind genau richtig.
Stroganoff Style: Rinderfilet & geschmorte Schulter – Trüffel – Rösti Schnitte – Rote Bete – Schalotten Chutney – Petersilien Creme
Der Duft, der beim Auftragen durch den Raum waberte, war sehr verheißungsvoll und der Hauptgang enttäuschte nicht.
Das Rinderfilet war perfekt gebraten, war mir aber etwas zu viel, so dass ich das Stück Fleisch gegen Martins Trüffel eingetauscht habe.

Sehr gut geschmeckt hat mir das Ragout von der geschmorten Schulter, das mit fein gewürfelter Rote Bete gemischt war. Die Sauce war ein Traum und die Rösti Schnitte war geschmacklich fantastisch.
Die Trüffelspäne fand ich ganz lecker, aber warum darum so ein Gewese gemacht wird. Ohne hätte es auch super geschmeckt.
Zwischen Hauptgang und Dessert zeigten sich Frank Buchholz und Björn Freitag noch einmal im Gastraum, gingen zu verschiedenen Tischen und nahmen sich auch Zeit für Fotos.


Schade, dass es keine Kochbücher zu kaufen gab und auch Autogramme – wie bei Johann Lafer – wurden nicht gegeben. Trotzdem waren die Beiden super gut drauf und wahnsinnig nett.
Erst weit nach 21 Uhr wurde das Dessert serviert, von dem ich dann doch etwas enttäuscht war.
Windbeutel – Rhabarber – Tonkabohnen – Basilikum – Joghurt Eis

Der Windbeutel war furchtbar trocken, ich habe ihn kaum mit dem Besteck auseinander bekommen. Das Rhabarberkompott – unter der Eiskugel – war gut, hat aber nicht sehr intensiv nach Rhabarber geschmeckt und Tonkabohne und Basilikum habe ich gar nicht wahrgenommen.
Es war wieder ein wunderbarer Abend mit schmackhafter Sterneküche. Insgesamt war mit die Wartezeit etwas zu lang, aber das mag an mir liegen. Jedenfalls war ich froh, als ich zu Hause im Bett lag. Trotzdem würde ich so ein Event immer wieder besuchen.
Im Dezember kommt Johann Lafer zurück, und wir freuen uns drauf!


