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Ich mag keine Kohlrouladen! Oder doch?

Ich habe da wohl ein Kindheitstrauma. Das bisher erste und einzige Mal, dass ich Kohlrouladen gegessen hatte, haben sie mir überhaupt  nicht geschmeckt. Sie waren nicht selbstgemacht, sondern beim Metzger gekauft. Die Füllung aus Mett hatte einen komischen Geschmack. Und so beschloss ich an jenem Tag: Ich mag keine Kohlrouladen.

Nun habe ich ja im Dezember das Buch Deutschland vegetarisch von Stevan Paul/Katharina Seiser (Hg.) zum Geburtstag bekommen. Darin war auch ein Rezept für Kohlrouladen, natürlich ohne Fleisch, das sich eigentlich ganz gut anhörte.

Versuch macht klug, deshalb kochte ich das Rezept gestern nach. Und was soll ich sagen: megalecker.

Ich habe ein paar Änderungen bzw. Anpassungen vorgenommen, die ich in Klammern dazu geschrieben habe.

 

Wirsingrouladen mit Wintergemüse und Meerrettichsauce

Zutaten sind für 4 Portionen; ich habe sie für uns zwei halbiert.

Zutaten für die Rouladen:

      • 80 g grobe Perlgraupen
      • Salz
      • 1 kleiner Wirsing (800 g)
      • 150 g Möhren
      • 150 g Pastinaken
      • 80 g Sellerie
      • 80 g Lauch (hatte ich zu kaufen vergessen, ging auch ohne)
      • 1 Zwiebel
      • 5 EL Sonnenblumenöl
      • 1 TL Kümmelsaat (mag ich nicht, habe ich weg gelassen)
      • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
      • Muskatnuss
      • etwas Zucker
      • 2 Eier (M)
      • 100 ml Sahne
      • 60 g Semmelbrösel
      • Butter für die Form
      • 250 ml Gemüsebrühe

Zutaten für die Meerrettichsauce:

  • 30 g Butter
  • 150 ml Milch (hatte ich nicht, habe einfach etwas mehr Sahne und Gemüsebrühe genommen)
  • 200 ml Gemüsebrühe (ich habe das Kochwasser von den Wirsingblättern genommen)
  • 200 ml Sahne
  • 25 g Mehl (Type 405)
  • etwas frische Meerrettichwurzel (habe ich bekommen, statt dessen Meerrettich aus dem Glas)
  • Salz
  • Prise Zucker

Zubereitung für die Kohlrouladen:
Perlgraupen in einem Sieb unter lauwarmem Wasser waschen (dabei wird die Stärke von den Körnern gewaschen), dann in kochendem Salzwasser 30 Minuten garen.

Acht große Außenblätter vom Wirsing abschneiden und in kochendem Salzwasser 2 Minuten kochen. In kaltem Wasser abkühlen. Zwischen Küchentüchern trocken tupfen, harte Strünke am Ende der Blätter herausschneiden.

Perlgraupen abgießen und kalt abschrecken. Übrigen Wirsing entstrunken und fein würfeln. Möhren und Pastinaken schälen und fein würfeln. Sellerie, Lauch und Zwiebeln putzen und fein würfeln.
(Die Gemüseabfälle habe ich zur Seite gestellt, um eine Gemüsebrühe daraus zu kochen.)

Öl in einem Bräter erhitzen, Gemüse darin bei mittlerer Hitze 10 Minuten goldbraun braten. Graupen und Kümmel zugeben und noch 1 Minute braten. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise frisch geriebener Muskatnuss und Zucker würzen und abkühlen lassen.

Eier, Sahne und Brösel gut mit dem abgekühlten Gemüse vermengen. Füllung auf Blätter verteilen. Blattseiten links und rechts über der Füllung einschlagen, dann zur Roulade rollen. (Ich hatte einen relativ kleinen Wirsing erwischt, so dass die Blätter entsprechend klein waren und das wickeln etwas schwierig war. Also lieber einen größeren Kopf nehmen und mögliche Reste anderweitig verwenden.)
Mit der Schnittstelle nach unten in eine gebutterte Form geben und Gemüsebrühe zugießen. Im heißen Ofen bei 200 Grad auf der zweiten Schiene von unten 30 Minuten garen.
(Da mein Backofen kaputt ist, habe ich die Rouladen einfach im Bräter auf dem Herd geschmort.)

Zubereitung für die Meerrettichsauce:
Butter mit Milch, Brühe, Sahne und Mehl mit einem Schneebesen in einem Topf verrühren. Auf den Herd setzen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen aufkochen. 2 Minuten kochen lassen. Meerrettich schälen und nach Geschmack fein reiben. (Da ich ja keine Meerrettichwurzel bekommen habe, habe ich geriebenen Meerrettich aus dem Glas genommen; davon ca. 4 Teelöffel.)

Meerrettich und Weißwein unter die Sauce rühren, Sauce mit Salz und Zucker abschmecken. Sauce zu den Rouladen servieren, nach Geschmack mit zusätzlichem Meerrettich servieren.

Die Beilagenempfelung im Buch sind Pell- oder Salzkartoffeln, aber wir wurden auch ohne mehr als satt.

Sowohl die Füllung, als auch die Meerrettichsauce waren super lecker, und so zog ich das Fazit:

Doch, ich mag Kohlrouladen!

kohlroulade

 

Vanillepudding

Eines vorweg: Was hier landläufig unter Pudding läuft, ist eigentlich ein Flammeri… aber egal, ich bleibe jetzt mal bei der Umgangssprache.

Entgegen allem, was uns die Nahrungsmittelindustrie weis machen will, ist die Herstellung wirklich kein Hexenwerk und dauert nicht mal wesentlich länger, als einen Päckchenpudding anzurühren.

Für 6 Portionsförmchen (0,5 l Pudding):

  • 1 Vanilleschote
  • 400 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • 3 Eigelb (M)
  • 80 g Zucker
  • 35 g Speisestärke
  • Prise Salz

Zubereitung:

Vanilleschote längs halbieren, Mark herausschaben. Vanillemark mit Milch, Sahne, Eigelb, Zucker, Stärke und Salz in einem Topf glatt rühren. Topf auf den Herd stellen und unter beständigem Rühren mit einem Schneebesen aufkochen. 1 Minute kochen, dabei immer rühren. Masse in kalt ausgespülte Portionsförmchen gießen. Flammeri ca. 1 Stunde im Kühlschrank erstarren lassen.

Zum Servieren an den Rändern lösen und aus der Form auf Teller stürzen.

vanillepudding_zutaten

 

Zutaten für den Vanilleflammeri:
Milch mit Sahne, Zucker mit Vanilleschote und Prise Salz, Stärke, Eigelbe

 

 

vanillepudding_ruehren

 

Im Topf:
Rühren, rühren und noch mal rühren
vanillepudding_fertig

 

 

 

 

Plötzlich geht alles ganz schnell:
Der Pudding wird schön dick und schmeckt auch warm schon wunderbar.

 

 

vanillepudding_serviert

 

Den fertigen Pudding habe ich mit etwas selbst gemachter Himbeerkonfitüre serviert, weil ich zu einem süßen Nachtisch immer gerne etwas fruchtig-säuerliches mag.

 

 

Das Rezept ist dem Buch Deutschland vegetarisch von Stevan Paul/Katharina Seiser (Hg.) entnommen.

Homepage von Stevan Paul.

Mein Lieblingskartoffelsalat

Den herkömmlichen Kartoffelsalat mit Mayonnaise finde ich meistens nicht so besonders lecker und auch eigentlich viel zu schwer. Vor zig Jahren habe ich in einer Kochzeitschrift das folgende leckere Rezept entdeckt und seither mache ich Kartoffelsalat (fast) ausschließlich so; es sei denn ich mache Kartoffelsalat mit Pesto:

Für 4 Portionen:

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 150 g Räuchertofu (oder Bacon)
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 – 2 EL Bio-Gemüsebrühepulver
  • 3 EL Weißweinessig
  • 2 TL Senf
  • 1 kleine Gurke
  • Salz
  • 1 Bund Dill oder Schnittlauch

Zubereitung:

Die Kartoffeln unter fließendem Wasser abbürsten, je nach Größe 20 – 30 Minuten  gerade mit Wasser bedeckt kochen.
Nach dem Abgießen eine Weile auskühlen lassen, dann in Scheiben oder Würfel schneiden.

In der Zwischenzeit den Tofu (Bacon) fein würfeln und im Pflanzenöl rundherum knusprig braten. Herausnehmen und zur Seite stellen.

Die Zwiebel würfeln und im übrigen Öl glasig dünsten. 125 ml Wasser zugeben und das Brühepulver darin auflösen. Senf und Essig einrühren und über die Kartoffelwürfel bzw. -scheiben geben.

Die Gurke waschen, eventuell halbieren und das Kerngehäuse mit einem Teelöffel heraus schaben und zusammen mit dem Tofu (Bacon) vorsichtig unter die Kartoffelwürfel bzw. -scheiben haben. Wenn nötig mit Salz würzen.

Dill oder Schnittlauch unter fließendem Wasser waschen, abtropfen lassen und hacken. Vor dem Servieren über den Salat streuen.

Der Salat schmeckt gut zu Wiener Schnitzel, Grill- oder Heißwürstchen oder einfach nur so.

kartoffel-gurken-salat

Feiertagsnachlese

Große Menüs gibt es bei uns zu Weihnachten nicht… maximal einen kleinen Nachtisch nach dem Hauptgang.

Am ersten Weihnachtstag gab es die traditionelle Entenbrust à l’orange, dazu selbst gemachte Spätzle und Rosenkohl.

Das Rezept für die Entenbrust habe ich vor Jahrzehnten mal in der Zeitschrift „freundin“ gefunden, inzwischen aber ein kleines bisschen angepasst.

entenbrust

Für 2 Personen:

  • 1 – 2 Entenbrüste (uns reicht eine von ca. 400 g)
  • Saft von 2 Orangen
  • etwas abgeriebene Orangenschale
  • 8 EL Sojasauce
  • 2 EL Honig
  • Pfeffer
  • außerdem: eine filetierte Orange und 1 TL getrockneter Oregano für die Sauce

Aus Orangensaft, -schale, Sojasauce, Honig und Pfeffer eine Marinade anrühren.

Die Entenbrust parieren und eventuell verbliebene Federkiele ziehen. Das geht gut mit einer Fischgrätenzange. Die Haut kreuzweise mit einem scharfen Messer einschneiden und die Brust mit der Fleischseite nach unten in die Marinade legen. Am besten über Nacht abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Entenbrust aus der Marinade nehmen, etwas mit Küchenpapier trocken tupfen, von beiden Seiten salzen und pfeffern und mit der Hautseite in eine kalte beschichtete Pfanne legen. Herd auf höchste Temperatur schalten und das Fett ausbraten lassen. Dabei wird die Haut schön knusprig. Wenden, auf der Fleischseite braten und die Brust dann im Backofen bei 150 °C garen, bis das Fleisch innen noch leicht rosa ist. Das hängt von der Dicke der Entenbrust ab, deshalb kann ich hier keine genaue Zeitangabe machen. Mit einer halben Stunde sollte man aber hinkommen.

Für die Sauce die Marinade ein Mal aufkochen (weil ja rohes Fleisch drin gelegen hat). Mit etwas in kaltem Wasser angerührter Stärke unter nochmaligem Aufkochen leicht binden. Eventuell mit Sojasauce und Pfeffer noch einmal abschmecken. Die Orangenfilets in der Sauce warm werden lassen, den Oregano zum Schluss einstreuen. Zur Entenbrust servieren.

Den Rosenkohl hatte ich bereits vor dem eigentlichen Essen kochen geputzt und in Salzwasser blanchiert. Er wurde nur noch in etwas Schlagsahne erwärmt und mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt.

Vor einiger Zeit hatte ich einen Spätzle-Shaker gekauft, den ich am ersten Weihnachtstag gleich ganz mutig ausprobierte. Und was soll ich sagen: an der Form der Spätzle kann noch ein wenig gearbeitet werden und das für zwei Personen bemessene Gericht ergab gefühlte sechs Portionen, aber generell konnte sich das Ergebnis wirklich sehen und vor allem auch essen lassen.

spaetzle

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Am zweiten Weihnachtstag gab es Rehmedaillons, dazu selbst gemachter Rotkohl und „ausgefallene Semmelknödel„. Die hatte ich eigentlich eingeplant, da aber noch so viele Spätzle vom ersten Weihnachtstag übrig waren, einigten wir uns darauf, diese einfach noch mal in etwas Butter aufzuwärmen.

reh

Wie ich meinen Rotkohl mache, habe ich Euch hier ja schon Schritt für Schritt erklärt. Natürlich war ein Kopf wieder viel zu viel für uns. Die Reste habe ich eingefroren, und zwar in Silikonförmchen, die eigentlich für selbst gemachtes Eis am Stiel gedacht sind. So erhielt ich zwölf Rotkohlklötzchen, die ich in einen Gefrierbeutel umfüllte und die ich bei Bedarf einzeln entnehmen kann.

Für die Rehmedaillons für zwei Personen benötigte ich:

  • 3 – 4 Rehmedaillons pro Person
  • 1 EL Butterschmalz zum Anbraten
  • 2 Haushaltszwiebeln oder 1 Gemüsezwiebel
  • 1 EL Tomatenmark
  • 150 ml Rotwein
  • 300 ml Wildfond
  • Salz, Pfeffer
  • getrocknete Steinpilze, in warmem Wasser eingeweicht
  • eventuell etwas in kaltem Wasser angerührte Stärke zum Binden der Sauce

Die Rehmedaillons abspülen, trockentupfen und nach Bedarf parieren.

In einer unbeschichteten Pfanne das Butterschmalz zerlassen. Fleisch salzen und pfeffern und mit den Abschnitten vom Parieren kräftig anbraten. Erst, wenn sich das Fleisch von Pfannenboden löst, wenden und von der anderen Seite braten. Herausnehmen (selbstverständlich auch die Stückchen vom Parieren, diese weg werfen) und zur Seite stellen.

Die Zwiebel in grobe Würfel schneiden und zusammen mit dem Tomatenmark in der Pfanne anbraten. Den Rotwein zugießen und den Bratensatz vom Pfannenboden lösen. Mit Wildfond und dem Steinpilzwasser (selbstverständlich inklusive der Pilze) auffüllen, zum Kochen bringen und die Zwiebeln in der Flüssigkeit weich kochen. Je nach Zwiebelsorte sorgt das schon für genügend Bindung der Sauce. Wenn nicht, etwas in kaltem Wasser angerührte Stärke unter Kochen einrühren. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und die Fleischstücke nochmals kurz in der Sauce erwärmen.

Mit dem Rotkohl und den in etwas Butter aufgewärmten Spätzle (oder wie eigentlich geplant mit Semmelknödeln) servieren.

Reibekuchen mit Lachs

Dieses Gericht gibt es bei uns traditionell am Heiligen Abend. Bisher hatte ich immer fertigen Reibekuchenteig bzw. TK-Reibekuchen geholt, aber dieses Jahr wollte ich die Reibekuchen mal komplett selber machen. Das Rezept dazu hatte ich im Kochbuch Socullus gefunden. Es ist von dem Soester Schausteller Gustav Schneider, der auf der Allerheiligenkirmes und dem Soester Weihnachtsmarkt die besten Reibekuchen der Welt verkauft.

Für 2 Personen:

  • 750 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 – 3 EL Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • Öl zum Braten
  • Küchenpapier zum Aufsaugen des Fetts

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und reiben. Etwas Mehl zu den Kartoffelraspeln geben und diese mit Salz und Pfeffer würzen. Lieber etwas weniger nehmen, da der Lachs schon ziemlich salzig sein kann. Notfalls kann man besser am Tisch nachwürzen.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen; es sollten Bläschen an einem ins Fett gehaltene Holzstäbchen aufsteigen.

Mit Hilfe zweier Esslöffel den Kartoffelteig in das heiße Öl geben. Wenn der Rand der Reibekuchen Farbe annimmt, diese umdrehen und von der anderen Seite ebenfalls kross braten. Zum Abtropfen auf das Küchenpapier legen. Alle Reibekuchen fertig backen.

Außerdem:

  • 300 g Räucherlachs
  • Sahne-Meerrettich (mit etwas Orangensaft angerührt)
  • Gravlax-Sauce
  • evt. Gemüsesticks

reibekuchen

Pralinen statt Plätzchen

pralinen_auf_teller

Drei Sorten Pralinen aus diesem Büchlein habe ich fertig bekommen. Hier sind sie auf einem selbst getöpferten Sternenteller angerichtet.

Auf dem unteren Foto seht Ihr die einzelnen Pralinen:
mit kandierten Orangen und Grand Marnier (oben links), mit Kirschwasser und Kirsche als Deko (oben rechts) und mit selbst gemachter Himbeermarmelade und Himbeergeist, essbare Blüten als Deko.

pralinen

 

Die Kirsch- und Himbeerpralinen habe ich im Grunde wie im verlinkten Rezept beschrieben gemacht. Für die Kirschpralinen habe ich Kirschwasser und für die Himbeerpralinen Himbeermarmelade und Himbeergeist unter die Ganachemasse gerührt und die „Deckel“ entsprechend mit einer Kirsche bzw. essbaren (getrockneten) Blüten dekoriert.

Pralinen selber machen

Eins vorweg: Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich auf die Idee kam, Pralinen selber zu machen. Das ist erstens schei*anstrengend und zweitens eine echte Fisselarbeit. Nun gut… heute habe ich mich also an die Dunkle Schokolade mit kandierten Orangen aus diesem Büchlein gewagt.

Dabei habe ich festgestellt, dass die Mengenangaben in dem Buch echt was für die Tonne sind. Viel zu viel… ich schreibe trotzdem das Rezept eins zu eins ab und stelle meine Mengen in Klammern.

Für 30 Pralinen:

  1. Für den Mantel:
    – 400 g (200 g) dunkle Schokolade mit 70 % Kakaoanteil (vorzugsweise Kuvertüre)
  2. Für die Ganache mit kandierten Orangen:
    – 250 g (200 g) dunkle Schokolade mit mindestens 52 % Kakaoanteil
    – 25 cl (20 cl) süße Sahne
    – 25 g kandierte Orangen (gehackt)

Zunächst wird die fein gehackte Kuvertüre im Wasserbad geschmolzen. (Äh, hatte ich erwähnt, dass weit und breit keine 70 %ige Kuvertüre zu bekommen war? Ich weiß nicht, in welchen Sphären der/die Autor/in des Rezeptbüchleins lebt!)

400 g erschien mir übrigens für 30 kleine Pralinchen doch verdammt viel, also ein Paket à 200 g genommen und siehe da! Es reichte!

Die Silikonförmchen werden dann mit der geschmolzenen Schokolade zur 2/3 gefüllt und dann über der Kuvertüreschüssel unter drehen so weit ausgegossen, dass ein Schokimantel zum späteren Befüllen entsteht. Diese Hüllen bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank abkühlen und fest werden lassen.

pralinenform

Die Schokolade für die Ganache ebenfalls fein hacken. 2/3 der gehackten Orangen zur Sahne geben, diese bis kurz vor dem Siedepunkt erhitzen und über die Schokolade geben. Natürlich konnte ich mir einen Schuss Grand Marnier nicht verkneifen.
Mit einem Teigspatel oder Holzlöffel gut verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Diese dann mittels eines kleinen Löffels („klein“ im Sinne von Espressolöffel!) in die Förmchen füllen.

Danach mit der restlichen Kuvertüre bedecken und bevor der „Deckel“ hart wird, mit den restlichen kandierten Orangen garnieren.

Die Ganache: statt 250 g Schoki und 250 ml Sahne hatte ich schon jeweils nur 200 g bzw. ml genommen und trotzdem hätte ich gut und gerne weitere dreißig Förmchen befüllen können.
Wegwerfen? Das wäre ja doch zu schade gewesen, weil die Mischung aus dunkler Schokolade, kandierten Orangen und Orangenlikör doch ziemlich lecker war! 😉

Ich habe dann schnell ein Eiweiß mit einer Prise Salz steif geschlagen, vorsichtig unter die Ganachemasse gehoben und diese dann in den Kühlschrank gestellt, in der Hoffnung, es möge eine Mousse au chocolat entstehen. Wegkippen konnte ich das Zeug ja immer noch. 😉

Die Pralinchen haben jetzt eine Nacht im Kühlschrank verbracht, und ich hoffe mal, dass ich sie gleich auch aus den Silikonförmchen gepult bekommen.

orangen_praline

 

 

Noch mehr Knödeleien

Nachdem ich ja schon recht erfolgreich Kartoffelknödel gemacht hatte und dieses Jahr drei Mal serviert habe, erklärte mir der beste Ehemann von allen bei der dritten Knödelmahlzeit, dass er Kartoffelknödel eigentlich nicht so mag und dass er eigentlich Semmelknödel lieber mag…
Ich fiel natürlich aus allen Wolken, weil ich die ersten beiden Male eine gewisse Begeisterung heraus zu hören gemeint hatte.

Nun gut… Semmelknödel also. Ich fragte gleich mal bei Käptn’s Dinner, ob jemand ein idioten- gelingsicheres Rezept hat. Und ich wurde erhört: Henning von Löffellöffelchen schickte mir diesen Link. Ja, das sollte zu bewerkstelligen sein. Allerdings beschloss ich, erst mal ein halbes Rezept zu machen. Äh, wie halbiere ich ein Ei?

Und altbackene Brötchen? Ja, ich hatte zwei wirklich alte Brötchen auf dem Küchenregal liegen, die ich eigentlich irgendwann zu Paniermehl hatte verarbeiten wollen. Ein drittes Brötchen wurde nachgekauft und an der Luft getrocknet.

Jetzt zu dem Problem mit den Eiern… ein ganzes Ei und ein Eigelb? Nur ein Ei oder doch zwei? Ich nahm zwei, was aber eindeutig zu viel war. Der Probeknödel löste sich in seine Bestandteile (zugegebenermaßen sehr leckere Bestandteile!) auf.

Ich habe dann ein bisschen Paniermehl untergemischt und siehe da, das Werk gelang letzten Endes.

Die Knödel begleiteten Rotkohl ein feines Wildschweingulasch. Die Sauce ist saulecker geworden, allerdings war das Fleisch eher zum Abgewöhnen: viele Sehnen, die ich zwar entfernt habe, aber leicht zäh ist das Fleisch trotz langen Schmorens leider trotzdem geblieben. Kein Vergleich zum Hirsch von letzter Woche.

Möchte denn jemand noch wissen, wie ich die Sauce gemacht habe?

Erst mal habe ich die Fleischabschnitte scharf in einem Topf angebraten, dann mit wenig Wasser abgelöscht und köcheln gelassen, während ich die restlichen Zutaten vorbereitete. Das gab eine Idee von Wildfond, den ich später zum Ablöschen der Sauce nahm.

Eine grob gewürfelte Gemüsezwiebel in 2 EL Fett (Pflanzenöl, Butterschmalz oder – was ich dieses Mal genommen habe – Griebenschmalz) glasig dünsten. Die Fleischstücke in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer und Wildgewürz vermischen und scharf von allen Seiten anbraten.

Geschmorter Hirscheintopf

Was war das lecker!! Bei der Suche nach Ich-weiß-nicht-mehr-was war ich vor einiger Zeit bei einem Rezept von Brigitte gelandet, und zwar diesem. Die Seite hatte ich von da an permanent auf dem iPhone geöffnet, weil sich das so lecker anhörte und auch so aussah und ich das ja irgendwann unbedingt mal nachkochen wollte.

Da es bei Aldi-Süd jetzt wieder Hirschgulasch gibt, habe ich beim samstäglichen Einkauf noch fix die anderen Zutaten zusammengekauft und gestern mit Kartoffelknödeln ein überaus schmackhaftes Abendessen zubereitet. Die Mischung aus säuerlich-süßem Kirschsaft und Chili kam sehr gut und passte auch ausgezeichnet zum Wild. Da in dem Schmortopf genug Gemüse in Form von Sellerie, Möhren und Porree war, habe ich mir – abgesehen von den Knödeln – eine weitere Beilage gespart.

Und obwohl ich mich an die Berechnung für 2 Portionen gehalten hatte, ist für heute sogar noch etwas übrig.

hirsch

Knödeleien – reloaded

knoedel_reloaded

An dieser Stelle hatte ich ja das Knödelrezept schon gepostet und von meiner Idee gesprochen, die Knödel einzufrieren und dann gefroren in siedendes Wasser zu schmeißen.

Letzte Woche habe ich dann mit zwei TK-Knödeln den Selbstversuch gewagt:
Salzwasser aufgesetzt, zum Kochen gebracht, die Knödel rein geworfen, Wasser kocht natürlich nicht mehr, noch mal bis kurz vor den Siedepunkt gebracht und die Knödel dann ziehen gelassen.

Nach 20 Minuten war ein Knödel von innen noch etwas kalt, weswegen ich ihn in der Mikrowelle noch mal kurz nachgegart habe. Insgesamt ist das Ergebnis aber super geworden und wenn ich beim nächsten Mal 30 Minuten Siedezeit ansetze, sollten die Knödel genau richtig werden.

Ich habe die zwei Gesellen dann noch in einer Butter-Paniermehl-Petersilienmischung gewendet.