Ich denke mal, in keiner Jahreszeit oder zu keinem Fest gibt es so viele Traditionen wie an Weihnachten und Silvester.
Für die eine Familie ist es die Gans oder die Ente, für die andere Omas Rinderbraten oder Wild.
Bei uns gibt es Weihnachten fast immer an einem Tag Entenbrust oder Gänsekeule und am anderen irgendwas mit Wild – sonst im Jahr gibt es diese Fleischsorten so gut wie nie.
Es gibt also schon folgende Weihnachtsgerichte, die sich immer mal wiederholen:
Da mir entfallen war, dass ich schon einmal Hirschfilet sousvide gegart hatte, stieß ich auf der Suche nach passender Garzeit und -temperatur auf dieses Rezept auf Langsam kocht besser.
Gegart habe ich den Hirschen dann zwar im Dampfgarer und die Sauce habe ich auch etwas anders gemacht als Gabi, aber die Sache mit Chili und Schokolade war der Geschmackskick.
Als Beilage gab es Rotkohl (dieses Mal habe ich noch eine halbe Zimtstange mit ins Gewürzei gegeben) und Spätzle. Als Getränk hatten wir einen Crianza von der Finca Enguera.
Die letzte Etappe des Jahres mit der kulinarischen Weltreise von und mit Volker mampft bleibt in heimatlichen Gefilden, nämlich Deutschland. Gut, ein paar „ausländische“ Mitreisende haben wir natürlich in der Reisegruppe dabei.
Die lernen bei der Suche nach deutschen Rezepten vielleicht, dass wir hier nicht nur Schweinebraten, Knödeln und Kraut essen – so ist ja ein gängiges Vorurteil, zumindest nach meinem Eindruck. Darüber, dass die deutsche Küche serh vielfältig ist, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und gleich ein paar Rezeptlinks aus meinem Blog eingefügt.
Heute geht es ins (Schwaben-)Ländle, denn es gibt Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen. Dieses Gericht habe ich tatsächlch erst ein einziges Mal vorher gegessen und das ist schon über 30 Jahre her.
Gestern wurde ich zur Wiederholungstäterin und habe das leckere Gericht vegan zubereitet. Mit diesem veganen Speck habe ich schon öfter gekocht, aber diese Tofuwiener waren nicht wirklich lecker. Da habe ich schon schmackhaftere Sorten gehabt. Davon ab war es aber ein sehr feines Essen.
Den Anfang macht das – für Westdeutsche – etwas andere Jägerschnitzel.
Wenn in Rezeptgruppen auf Facebook Fotos wie das obige mit dem Kommentar „Es gab Jägerschnitzel“ auftauchen, gibt es regelmäßig Kommentare wie „Wo sind die Pilze? Wie bekommst Du das Schnitzel so rund? DAS ist doch kein Jägerschnitzel.“
Doch, ich habe mir sagen lassen, dass dieses Jägerschnitzel eines der beliebtesten Gerichte in der ehemaligen DDR war und auch heute immer noch gerne gegessen wird.
Und ich muss sagen: Uns als „Wessis“ hat die panierte Jagdwurstscheibe mit Nudeln und Ketchup ebenfalls sehr gut geschmeckt.
Zutaten für 2 Portionen:
4 – 6 Scheiben Jagdwurst, je nach Durchmesser, fingerdick geschnitten
1 Ei
Paniermehl/Semmelbrösel
Pflanzenöl oder Butterschmalz
200 – 250 g Spirellinudeln
1 EL Butter
1 kleine Zwiebel
2 EL Tomatenmark
etwas Mehl
Wasser
100 ml Tomatenketchup
Salz
Paprikapulver
1 Prise Zucker
Zubereitung:
Zwiebel würfeln, in etwas Butter glasig schwitzen, Tomatenmark zubeben und etwas andünsten. MIt Mehl bestäuben, kurz unter anschwitzen. Mit Wasser aufgießen, aufkochen und dabei kräftig mit dem Schneebesen rühren. Ketchup, Salz, Paprika und Zucker dazugeben und auf kleiner Temperatur warm halten.
Die Nudeln wie gewohnt kochen.
Jagdwurstscheiben in verschlagenem Ei und Paniermehl wenden und im heißen Fett von allen Seiten knusprig braten.
Wir mögen es gerne, übri gebliebenes Ei mit Paniermehl zu mischen und ebenfalls in der Pfanne bröselig zu braten.
Nudeln mit Tomatensauce und den Jagdwurstscheiben daneben anrichten.
DIE deutsche Küche gibt es ebenso wenig wie die chinesische, italienische oder griechische Küche, um mal ein paar auch hier essenstechnisch beliebte Länder zu nennen.
Ich glaube, wenn man im Ausland nach typisch deutschen Gerichten fragt, bekommt man in den meisten Fällen Schweinebraten, (Sauer-)kraut und Knödel zu hören. Ja, auch das ist Deutschland, aber eben nicht ganz Deutschland.
Schon aus den geographischen Gegebenheiten heraus haben sich von Norden nach Süden, von Osten nach Westen ganz unterschiedliche „typische“ Gerichte entwickelt. Und natürlich wurde die regionale Küche auch durch angrenzende Länder beeinflusst.
In Süddeutschland gab es, bevor Tieflkühl-LKW und dergleichen durch die Lande fuhren, keinen Seefisch und im Norden dafür keinen Almkäse. Im Norden aß man von West nach Ost eher Salzkartoffeln als Beilage, während es in den südlichen Gefilden eher Knödel oder auch Spätzle gab.
Mittlerweile hat sich das alles natürlich durchmischt, aber in jeder Region gibt es die „alten“ überlieferten traditionellen Gerichte.
Und durch die zwischen 1955 und 1968 angeworbenen sogenannten Gastarbeiter aus u. a. Griechenland, Italien, der Türke oder dem ehemaligen Jugoslawien kamen ebenfalls neue kulinarische Anregungen ins Land.
Ich kann mich tatsächlich noch an meine erste Pizza erinnern. Ein in der Retrospektive furchtbares Tiefkühldingens mit Salami, die den Namen nicht verdient hat, aber wir haben sie echt geliebt!
Ja, aber was gehört denn jetzt alles zur „typisch deutschen Küche“?
Ich habe mal Tim Mälzers Buch Heimat auf der Suche nach Rezeptideen durchgeblättert und bin dabei auf Gerichte gestoßen, die ich ebenfalls so (ähnlich) im Blog habe.
Ich stelle sie im folgenden mal vor.
Den Anfang macht in der Kategorie Suppen ein Erbseneintopf (für die Interessierten schreibe ich die Buchseite in Klammern: S. 17), den ich als Berliner Erbseneintopf mit Bockwurst und Speck schon gekocht habe.
Eine Hühnerbrühe bzw. -suppe (S. 27) darf natürlich in dieser Aufzählung nicht fehlen. Gerade in der Erkältungszeit soll sie wahre Wunder wirken. So war das auch mit der Heilenden Hühnersuppe. Eine Hühnerbrühe für den Vorrat ist nie zu verachten, welches auch für eine leckere Rinderbrühe gilt.
Auf Seite 31 wird eine saure Linsensuppe mit Lyoner Wurst vorgestellt. Bei mir gibt’s eine Schnelle Linsensuppe mit Mettenden und einen Veganen Linseneintopf. Nicht als Suppe oder Eintopf sondern als Gemüsebeilage gibt es die leckern Hülsenfrüchte auch noch: Feines Linsengemüse mit Skrei nach Alfred Biolek.
In der letzten Rettung des Jahres kümmern wir uns um (Vor-)Weihnachtliches. Zu keiner anderen Jahreszeit hält der Handel wohl so viele fertige Produkte bereit: Ende August kommen die ersten Weihnachtsplätzchen in die Geschäfte, später gibt es ein reichhaltiges Angebot an vorgefertigen Braten von allerlei Getier, die nur noch in den Backofen geschoben werden müssen. Auch Glühwein sowie Punsch gibt es zu kaufen, weihnachtlich verzierte Torten und Nachtische gibt es zu Hauf und das alles in mehrfachen Umverpackungen, auf dass die weihnachtlichen Müllberge wachsen mögen.
Im Juni 2020 rief Volker von Volker mampft das große Blogwichteln ins Leben. Bei Koch mein Rezept wird dem eigenen Blog ein zweiter Blog zugelost, aus dem man sich ein Rezept zum Nachkochen aussuchen darf.
Gleichzeitig bekommt ein dritter Blog den eigenen zugelost und darf sich daraus ein Rezept zum Nachkochen aussuchen.
Wonnie ist Vegetarierin mit gelegentlichen Ausnahmen – genau wie ich. Angefangen hat es bei ihr mit vier vegetarischen Wochen „zur Probe“ im Jahr 2011, aus denen inzwischen zehn Jahre geworden sind.
Ihr Credo ist dabei: individuelle, einfache, alltagstaugliche Rezepte, die auch mal in die internationale Küche führen. Auch das ist eine Gemeinsamkeit. Deshalb ist die Auswahl an tollen Rezepten natürlich groß.
Der GöGa und ich waren vor zig Jahren mal in Tunesien, das ja eine ähnliche Küche hat, ein Urlaub in einem gemütlichen Riad in Marokko stünde allerdings auch noch ganz oben auf meiner Wunschreiseliste. Ein Riad ist ein traditionelles marokkanisches Haus, das rund um einen gartenähnlichen Innenhof gebaut ist.
Typisch für die marokkansche Küche ist die Zubereitung in einer Tajine. Das ist ursprünglich ein rundes, aus Lehm gebranntes Schmorgefäß mit gewölbtem oder spitzem Deckel und das darin gekochte Gericht der Berber. Sie findet in der gesamten nordafrikanischen Küche des Maghreb Verwendung.
Auch ich bin stolze Besitzerin eines solchen Gefäßes, das ich allerdings meistens nur zum Servieren benutze.
So habe ich es auch bei meinem Gemüsecouscous mit Falafel gemacht, das ich schon im September gekocht hatte, in der Annahme, dass die Reise nach Marokko bereits im Oktober stattfindet. Deshalb konnte ich noch recht sommerliche Gemüse verwenden.
Zutaten für 6 Portionen:
Für das Gemüse:
3 kleine Zucchini (aus dem Garten)
4 kleine Möhren
400 g Kichererbsen, davon etwas weniger als die Hälfte *)
12 getrocknete Aprikosen
1/2 Blumenkohl
je 1/2 rote und gelbe Paprikaschote
1 große rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Ras-al Hanout
Kreuzkümmel
etwas Kurkuma
feines Chilisalz
Olivenöl, mit etwas Sesamöl aromatisiert
*) entweder aus der Konserve oder 200 g am Vortag eingeweichte getrocknete und weichgekochte Kicherbsen
Für das Hummus:
Kichererbsen, etwas mehr als 200 g (Hälfte von oben)
1 kleine Knoblauchzehe
1 TL Tahini
1 Spritzer Zitronensaft
grobes Chilisalz
1 Schluck Olivenöl
1 Prise Kreuzkümmel
Stiele der glattblättrigen Petersilie
außerdem:
150 g Instant-Couscous
200 ml kochendes Wasser
glattblättrige Petersilie zur Deko (Stiele für das Hummus benutzen)
Zucchini und Möhren in Scheiben schneiden, Blumenkohl in Röschen teilen. Paprikaschoten schälen, entkernen und in gröbere Stücke schneiden. Zwiebel schälen, grob würfeln, die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und in Scheiben schneiden.
Jetzt die Falafelmischung zubereiten.
In einer heiße Pfanne Oliven- und Sesamöl mischen, Zwiebel und Knoblauch mit den Gewürzen anbraten. Blumenkohl zugeben und etwas anbraten. Dann das restliche Gemüse zugeben und mit einem Schuss Wasser ablöschen. Zum Schluss die Aprikosen und knapp die Hälfte der Kichererbsen zugeben.
Olivenöl in einen Wok geben, erhitzen, bis Bläschen an einem Holzstäbchen aufsteigen. Falafelmasse mit feuchten Händen zu Bällchen formen und im Wok frittieren. Herausschöpfen und auf Küchenpapier abtropfen.
Couscous mit Wasser aufgießen, etwas Salz zugeben und ausquellen lassen.
Die restlichen Kichererbsen mit allen Zutaten für Hummus mit dem Stabmixer pürieren.
Minze fein hacken und mit Salz und Limettenabrief zum Joghurt geben.
Zwischendrin die Sesamsamen in einer trockenen Pfanne rösten.
Zum Servieren den Couscous in die Mitte der Tajine geben, das Gemüse rundum schöpfen und die Falafel obenauf setzen. Mit der Petersilie und dem Sesam bestreun.
It’s that day of the year again on October 16th: World Bread day.
For the 16th time it’s Zorra who organises the event in her blog Kochtopf.
My participation this year is a bread that I’ve been wanted to bake for some weeks already. It was planned for an event of German-speaking bloggers, called Die kulinarsiche Weltreise (The culinary world trip). The idea is to virtually travel to a different country of the world every month and cook/bake and share typical recipes.
The Danish Rye Bread was planned for the August trip to Denmark but I postponed the baking over and over again until the deadline was over.
That’s why I baked this simple, hearty bread for the World Bread Day finally.
Ingridients for 1 bread (of about 28 slices):
100 g rye sourdough starter
(me: some crumbles of fresh yeast, because my sourdough did not rise as expected)
900 g whole grain rye flour
1 tablespoon salt
baking tin (28 cm length)
1 teapsoon butter
rye flour for dusting
Directions:
Mix sourdough starter with 400 g flour and 400 ml water thoroughly in a bowl. Cover and let sour for about 12 hours – best would be overnight – at room temperature or in a folding proofer at 22 °C), i. e. by Brød & Taylor.
The following day add remaining flour (500 g), 450 ml water (with the fresh yeast if necessary) and 1 tablespoon salt to the sourdough starter. Knead well with kneading hooks of your handmixer or in a kitchen machine for about 10 minutes until the dough has a viscous consistency.
Grease baking tin with the butter. Fill in the dough, smooth the surface, dust with some flour, cover and let rise for 1 hour at room temperature or in the folding proofer as above.
Preheat oven at 250 °C top and bottom heat. Place an ovenproof dish on the oven’s bottom to heat too. Put the bread on the ofenrost at lowest level, pour 150 ml boiling water into the dish and close oven door immediately. Bake bread for 1 hour, while reducing temperature to 200 °C after 5 minutes and removing the dish with water after 15 minutes. Be careful: It is very hot!
At the end of the baking time remove bread from the tin, sit back on the grate and bake for another 15 minutes. Let cool on the grate.
I already parcitipated in some previous World Bread Days:
Mein Beitrag dieses Jahr ist ein Roggenbrot aus Dänemark. Eigentlich wollte ich dieses Rezept schon für Die kulinarische Weltreise von Volker mampft, die im August in Dänermark Station machte, backen, aber irgendwie schob ich immer weiter hinaus, bis der Abgabetermin vorbei war.
Also besann ich mich auf das Vorhaben und buk das leckere Roggenbrot einfach für den World Bread Day.
Zutaten für ein Brot (ca. 28 Scheiben):
100 g Roggensauerteigansatz
(ich: ein paar Krümel Frischhefe, weil mein Sauerteig nicht so fleißig war, wie gehofft)
900 g Vollkorn-Roggenmehl
Salz
Brotbackform (28 cm lang)
1 TL Butter
Vollkorn-Roggenmehl zum Bestäuben
Zubereitung:
Sauerteigansatz mit 400 g Mehl und 400 ml Wasser in einer Rührschüssel gründlich verrühren. Dann abgedeckt ca. 12 Stunden – am besten über Nacht – bei Raumtemperatur (ich: in meiner Brød & Taylor Gärbox bei 22 °C) säuern lassen.
Am nächsten Tag restliches Mehl (500 g), 450 ml Wasser (falls nötig mit der Hefe) und 1 EL Salz zum Sauerteigansatz geben. Alles mit den Knethaken des Handrührgeräts bzw. der Küchenmaschine in ca. 10 Minuten zu einem zähflüssigen Teig verkneten.
Die Form mit Butter einfetten. Den Teig einfüllen, glatt streichen, mit etwas Mehl bestäuben und abgedeckt 1 Stunde bei Raumtemperatur (ich: wie oben in der Gärbox) gehen lassen.
Den Backofen auf 250° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dabei eine ofenfeste Schale auf den Ofenboden stellen und mit aufheizen. Das Brot auf den Ofenrost (unten) stellen, 150 ml kochendes Wasser in die Schale gießen und die Ofentür sofort schließen. Das Brot ca. 1 Sunde backen, dabei nach ca. 5 Minuten die Temperatur auf 200° C reduzieren und nach ca. 15 Minuten die Wasserschale (Vorsicht: Heiß!) herausnehmen.
Nach Ende dieser Backzeit das Brot aus der Form lösen, auf den Rost setzen und in weiteren ca. 15 Minuten fertig backen. Auf dem Rost auskühlen lassen.
In den vergangenen Jahren habe ich ein paar Mal am World Bread Day teilgenommen: