Es geht kulinarisch weiter durch mein Heimatland Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen von Sylvias Reise durch die deutschen Küchen machen wir nach Bayern und Berlin Halt im bevölkerungsreichsten Bundesland. Geboren mitten in Westfalen, östlich des Ruhrgebiets, habe ich 25 Jahre meines Lebens auch im Rheinland verbracht, genauer gesagt in der Umgebung von Bonn.
Nachdem ich Euch im heißen August schon eine vegetarisch-leichte Version des Westfälischen Krüstchens vorgestellt habe, wird’s jetzt deftig. Dabei kann ich Euch versichern, dass meine Portionen immer noch klein waren im Gegensatz zu dem, was in „gutbürgerlichen“ Restaurants serviert wird.
Dieses Mal gab es die fleischliche Variante mit Schweineschnitzel auf einer Scheibe meines selbstgebackenen Doppelbacks statt einer Toastscheibe, auch das Spiegelei kam etwas rustikaler aus der Pfanne. Als Beilagen hatten wir Champignons mit Zwiebeln sowie selbst gemachte Pommes frites.
Als Getränk hatte ich mir dieses Mal eine Flasche Soester Hell aus der einzigen noch am Ort verbliebenen Brauerei, dem Brauhaus Zwiebel, mitgebracht.
Dieses einfache Gericht aus dem Münsterland habe ich im Rahmen von Sylvias Foodblogger-Aktion Deutsche Küche gemacht, denn die dritte Station geht nach Bayern und Berlin in mein Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen. Ehrensache, dass ich mich da besonders ins Zeug lege!
Die „Pfannkuchen mit Regenwürmern“, wie das heutige Gericht übersetzt heißt, kannte ich selber noch nicht.
Der Legende nach wurde es im Münsteraner Lokal Pinkus Müller erfunden, als ein Spaßvogel namens Baron von Renesse bei der Wirtin „Pannekoken mit Pillewörmer“ bestellte. Darauf hin soll diese in Streifen geschnittenen gekochten Schinken in den Pfannkuchenteig eingebacken haben. Das Gericht steht immer noch auf der Speisekarte des Pinkus Müller.
Mit etwas Fantasie könnte man tatsächlich Regenwürmer im Pfannkuchenteig erkennen.
Bei uns gab es noch einen kleinen Salat mit einem, so meine ich, ebenfalls für Westfalen typischen Dressing dazu.
Ich habe lange überlegt, denn Saft findet bei mir eher selten statt. Ich bin Wassertrinkerin, dazu kommen Kaffee und gelegentlich Tee.
Nun hatte ich ja noch ein paar Kirschen im Tiefkühler, die mir eine Nachbarin letztes Jahr vorbei gebracht hatte. Einen Teil habe ich bei Zorras und Christians Blog-Event für ein Eis verbraucht, die verbliebenen paar Kirschen habe ich im Einbau-Dampfgarer und mit Hilfe meiner neuen „Elektrolotte“ entsaftet und aus dem entstandenen Saft Kirschsirup gekocht.
Das Entkernen der Kirschen habe ich mir gespart. Ich habe nur die Stiele entfern und die Kirschen auf dem gelochten Blech des Dampfgarer platziert, darunter kommt dann das ungelochte Blech, um den Saft auzufangen.
Die Kirschen ca. 40 Minuten bei 100 °C dampfentsaften. Die Flasche habe ich gleich mit dazu gestellt, um sie zu sterilisieren.
Da die Kirschen nach dem Vorgang noch ziemlich prall waren, habe ich die Kerne aus der Masse gesammelt und diese durch die „Elektrolotte“ (Zusatzgerät zum Fleischwolf der KitchenAid) geschickt. Insgesamt bekam ich ca. 150 ml Saft heraus.
Diesen habe ich mit dem Zucker und dem Limettensaft in einem kleinen Topf kräftig eingekocht und anschließend mit Hilfe des Trichters in die vorbereitete Flasche abgefüllt.
Natürlich lohnt sich das Ganze eher mit einer größeren Menge an Früchten, aber so sind die letzten Kirschen gut verarbeitet, und ich habe einen Beitrag für Zorras Geburtstagsevent.
Sylvia von Brotwein nimmt uns auf ihrer kulinarischen Reise quer durch Deutschland bis September mit nach Nordrhein-Westfalen. Das mit ca. 17,9 Millionen Einwohnern bevölerungsreichste und mit einer Fläche von 34.100 Quadratkilimetern viertgrößte Bundesland ist meine Heimat und so ist dieses Thema nach Bayern und Berlin für mich quasi ein Heimspiel. Aus dem Grund habe ich natürlich auch schon eine Reihe an entsprechenden Rezepten im Blog, die ich Euch unten aufliste.
Als erstes bringe ich Euch ein Gericht mit, das in Westfalen auf fast jeder Speisekarte der „gutbürgerlichen“ Restaurants und Gasthäuser zu finden ist, häufig in der Kategorie „Kleine Gerichte“, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn die Westfalen lieben es groß und deftig. Ein Krüstchen ist im Prinzip ein paniertes Schnitzel auf einer bis x Scheiben Toast mit einem bis x Spiegeleiern belegt. Die Beilagen sind variabel von Rahmchampignons und/oder Pommes oder Bratkartoffeln und meistens einem kleinen „Alibisalat“.
Ich habe das Krüstchen etwas leichter gemacht, was bei der plötzlichen Hitze im vergangenen August (Ich wusste ja, dass es nach Bayern und Berlin nach NRW gehen würde…) abends auf der Terrasse gut ankam.
Bei mir gab es eine Scheibe Toast pro Person, ein veganes Mühlenschnitzel, ein Spiegelei sowie einen kleinen Beilagensalat, der mehr als nur Alibi war. Ich gönnte mir dazu ein Pülleken (westfälisches Diminuitiv von Pulle aka Flasche, also ein Fläschchen) Potts Landbier, das im Münsterland gebraut wird.
Zunächst die Schalotte fein würfeln und mit dem Himbeeressig übergießen, zur Seite stellen. Die Säure im Essig „gart“ die Zwiebel leicht an, so dass sie besser verträglich wird.
Später dann mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und eventuell etwas Zucker zu einer Vinaigrette vermischen.
Die Salatzutate waschen, putzen, in mundgerechte Stücke zupfen bzw. schneiden. Petersilie und Kapuzinerkresseblätter fein hacken, dabei etwas Petersilie übrig behalten. Die Salatzutaten zunächst ohne Dressing auf Tellern anrichten.
Für die Krüstchen eine Pfanne mit 1 EL Sonnenblumenöl auf hohe Mittelhitze (7 von 9) aufsetzen. Die Schnitzel von beiden Seiten goldbraun anbraten, auf einem Teller im Backofen bei ca. 75 °C Umluft warm halten.
Den Rest Öl in die Pfanne gießen, falls vorhanden, die Metallringe an der Unterseite leicht fetten, in die Pfanne setzen und jeweils ein Ei hineinschlagen. Braten, bis die Oberfläche gestockt ist.
In der Zwischenzeit den Toast toasten, etwas auskühlen lassen und neben den Salat legen.
Die warmgehaltenen Schnitzel auf die Toastscheiben legen, jeweils ein Spiegelei obenauf setzen, mit der zurückbehaltenen Petersilie bestreuen. Kurz vor dem Servieren oder nach Wunsch auch erst bei Tisch die Vinaigrette über den Salat geben.
Gerichte aus Nordrhein-Westfalen, die schon im Blog sind:
Steckrübeneintopf – deftig, genau das richtige für kalte Herbst- und Wintertage
Stielmus – im Rheinland sagt man wohl eher Rübstiel
Currywurstsauce – die beste Currywurst kommt natürlich aus dem Pott und besteht aus einer in Scheiben geschnittenen gebratenen oder gegrillten Rostbratwurst!!
Von mir gibt es noch ein blitzschnelles Joghurteis, für das Ihr nicht einmal eine Eismaschine braucht.
Eigentlich müsst Ihr nur ein paar tiefgefrorene Beeren mit etwas Naturjoghurt und eventuell etwas Zucker im Standmixer pürieren.
Da ich noch Aprikosen, die eigentlich für ein anderes Rezept vorgesehen waren, im Kühlschrank hatte, habe ich mich für eine Art griechisches Joghurteis entschieden.
Zutaten für ca. 500 ml Eis:
250 g Aprikosen
250 g Joghurt, vorzugsweise griechischen Joghurt mit 10 % Fettanteil
Honig nach Geschmack
1 Handvoll Walnüsse
optional: ein paar Lavendelblüten
Zubereitung:
Die Aprikosen entkernen, mit etwas Wasser weich kochen, durch die Flotte Lotte streichen und das entstandende Püree – am besten in Eiswürfelbehältern – einfrieren.
Den Mixbecher in den Kühlschrank stellen, so dass er schön kalt ist.
Das gefrorene Aprikosenpüree mit dem Joghurt und etwas Honig schnell durchmixen und am besten sofort servieren.
Vorher Walnüsse mit etwas Honig karamellisieren. Zum Anrichten mit Lavendelblüten, falls gewünscht, über das Eis streuen.
Ich hatte im Rahmen eines Blog-Events bei Zorra ein Schwarzwälderkirsch-Eis auf Basis einer Tonkabohneneiscrème gemacht. Von der Grundmasse für das Eis hatte ich etwas weniger als die Hälfte zurückbehalten und einen leckeren Nachtisch für abends gemacht:
Zutaten für 4 Portionen:
ca. 200 ml Tonkabohneneismasse
15 g Speisestärke
30 ml kalte Milch
4 Eiweiß (ebenfalls von der Eismasse übrig)
1 Prise Salz
Zubereitung:
Die Speisestärke mit der Milch gut verrühren, die Eismasse zum Kochen bringen und die Stärke unter kräftigem Schlagen mit dem Schneebesen einrühren. Wenn die Masse dicklich wird von der Hitze wegziehen.
In der Zwischenzeit das Eiweiß mit der Prise Salz zu Schnee schlagen. Diesen vorsichtig unter die Puddingmasse ziehen. Bis zum Servieren kühl stellen.
Wir hatten noch ein paar schokolierte Rosinen sowie Schokostreusel im Vorrat, die ich über den Pudding gestreut habe. Dazu kamen noch geröstete Cashews.
Zum aktuellen Blog-Event, das Christian von SavoryLens bei Zorra im Kochtopf ausrichtet und passend auch zum bei uns endlich ausbebrochenen Hochsommer mit Temperaturen weit über 30 °C, bringe ich ein Schwarzwälderkirsch-Eis mit.
Grundlage ist ein Tonkabohneneis, das ich mit Süßkirschenpüree, Kirschwasser und Schokostreuseln verfeinert habe. Die Kirschen hatte uns letztes Jahr eine Nachbarin vorbei gebracht, die ich unbesehen in die Tiefkühle verfrachtet hatte (Also die Kirschen, nicht die Nachbarin, versteht sich!), da ich damals gesundheitlich nicht gut drauf war und überhaupt nicht wusste, wie ich die Kirschen auf die Schnelle hätte verarbeiten sollen.
Als das Blog-Event „Eis geht immer“, das zum 15. August endet, angekündigt wurde, kam mir gleich die Idee, die Kirschen in einem Eis zu verarbeiten. Ich hätte zwar lieber gerne ein „gestrudeltes“ Eis gehabt, aber auch so war es total lecker!
Im August reisen wir mit Volker mampft im Rahmen der kulinarischen Weltreise in die Türkei. Ich selber war noch nie dort, bin aber natürlich schon mit der „türkisch-deutschen“ Imbiss-/Fastfood-Küche und auch hin und wieder mit authentischerer türkischer Küche (z. B. hier oder hier) in kulinarischen Kontakt gekommen.
Ob das heutige Gericht nun typisch türkisch ist, sei nun mal dahingestellt, aber bei einer fast zwei Kilo schweiren Maispoularde aus der Heißluftfritteuse bleiben nun mal Reste und die boten sich einfach an, in ein Fladenbrot gepackt zu werden.
Letzten Endes konnten wir von dem Mistkratzer sogar dreimal essen, aber das nur am Rande.
Sonntag: Hähnchen mit Gemüse und Fladenbrot
Montag: Hähnchendöner
Dienstag: Geschnetzeltes mit Reis und Salat
Das Hähnchen wurde am Sonntag in der Heißluftfritteuse zubereitet und dazu gab es orientalisches Gemüse (Möhren, Paprikaschote, rote Linsen) und selbst gekauftes Fladenbrot. Man kann es aber auch selber backen wie hier oder hier beschrieben.
Das vegane „Hühnerfleisch“ kam einmal mehr von Like Meat, das sich geschmacklich wirklich bewährt hat. Ich hatte es auf Spieße gesteckt und mit Marinade in den Kühlschrank gestellt. Jetzt wollte ich mich der Erdnuss-Kokossauce widmen, als ich feststellen musste, dass keine Kokosmilch mehr im Vorrat ist.
Jetzt hieß es improvisieren! Die Sauce bereitete ich aus Kokosöl, Kokosflocken, gerösteten Erdnüssen, etwas Wasser und Gewürzen zu, was wirklich eine sehr leckere Sauce ergab.
Als Beilage gabe es Jasminreis aus dem Dampfgarer und ein bisschen knackig gewoktes Gemüse.
Wer kennt sie nicht, die Haferflockenkekse aus dem bekannten schwedischen Möbelhaus. Mir sind sie viel zu süß und so habe ich beschlossen, sie mal selber zu backen, dabeo den Zucker etwas zu reduzieren und für den „Säureausgleich“ ein paar getrocknete Cranberrys als Ersatz für die schwedischen Lingon, bei uns als Preiselbeeren bekannt.
Als Anregung diente dieses Rezept bei Fräulein Fröhlich, aber dann habe ich natürlich mein Rezept mit meinen Zutaten entwickelt.
Die Kekse habe ich in meinen Silikon-Cookiesformen gebacken, allerdings etwas zu viel Teig genommen. So musste ich die Backzeit verdoppeln, aber das Endergebnis ist super lecker geworden.